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Grußwort Prof. Dr. Bernhard Zwißler

Prof. Dr. Bernhard ZwißlerSehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum 19. Mal treffen sich Mitte September die an den Säulen der Anästhesiologie – der operativen Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerz- und Palliativmedizin - interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Rettungsdienstmitarbeiter sowie zahlreiche Vertreter der Industrie zum Informations- und Gedankenaustausch auf dem Hauptstadtkongress HAI der DGAI in Berlin. Kaum eine andere Kurz-Botschaft könnte dabei - in deutlich weniger als 140 Zeichen - das tägliche Tätigkeitsumfeld, aber auch Berufsverständnis der Tagungsteilnehmer besser beschreiben als das diesjährige Motto des Kongresses „Unser Alltag: Kooperation“.

Woran liegt das? Es ist nicht vermessen zu behaupten, dass kein anderes Fach in der Medizin an so vielfältigen Schnittstellen Berührungspunkte mit anderen Fachdisziplinen aufweist wie die Anästhesiologie. Waren früher ganz überwiegend die rein operativen Einrichtungen unsere Ansprechpartner, so ist die Anästhesie heute auch aus vermeintlich konservativen Bereichen der Medizin (Kardiologie, Radiologie, Neuroradiologie, Onkologie, Endoskopie usw.) nicht mehr wegzudenken. Anästhesiologen kooperieren täglich in Operationssälen sowie als Intensiv-, Schmerz- und Notfallmediziner interdisziplinär mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fächer, interprofessionell mit anderen Berufsgruppen (Pflegekräfte, Hebammen, Rettungssanitär, Psychologen usw.), aber auch intersektoral (ambulant, stationär) sowie mit den Partnern der Industrie.

Dabei gilt immer: auch wenn Kooperation unseren Alltag darstellt, ist sie längst nicht selbstverständlich. Echte Kooperation ist kein Selbstläufer. Sie setzt Verlässlichkeit, vor allem aber Vertrauen voraus. Dieses Vertrauen kann nur teilweise durch verbindliche Absprachen und Vereinbarungen hergestellt werden, wie dies z. B. zwischen Fachgesellschaften häufig erfolgt. Solche Vereinbarungen sind zweifellos wichtig; vor allem aber muss Vertrauen - im Übrigen auch das der Patienten - täglich neu erarbeitet werden. Wichtigste Voraussetzung hierfür ist neben Verlässlichkeit, Kollegialität und wertschätzendem Umgang miteinander eine hohe fachliche Kompetenz. Wissenschaftliche Tagungen und Symposien, auf denen aktuellste Entwicklungen im eigenen Fachgebiet, aber eben auch angrenzenden Bereichen vorgestellt und im persönlichen Dialog (nicht virtuell) diskutiert werden, sind hierfür die unverzichtbare Voraussetzung. Der HAI 2017 bietet hierfür exzellente Voraussetzungen. Das Wissenschaftliche Komitee unter Leitung von Prof. Kai Zacharowski aus Frankfurt hat auch in diesem Jahr – nun bereits zum 3. Mal in Folge – ein exzellentes und breitgefächertes Programm mit Focus auf die Schnittstellen unseres Faches zusammengestellt.

Ich lade Sie daher schon jetzt sehr herzlich ein, an diesem Gedankenaustausch teilzunehmen, und freue mich, Sie zum 19. HAI der DGAI in Berlin begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Bernhard Zwißler, München
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V.